Fast 150 Studien zu Zimt und Diabetes ausgewertet: Deutsche Apotheker Zeitung sieht positive Effekte

 

In einem Übersichtsartikel hat die renommierte Deutsche Apotheker Zeitung die aktuelle Studienlage zu Zimt zusammengefasst. Dabei zeigt sich, dass die Forschungsaktivität seit dem Jahr 2000 deutlich zugenommen hat. Das Fazit der Autoren: Zimt bleibt interessant.

Gab es bis zum Jahr 2000 nur 13 Studien zu Zimt, ist diese Zahl im Jahr 2017 auf stolze 147 Arbeiten angewachsen.

Die neueren experimentellen und klinischen Studien lassen auf einen positiven Einfluss von Zimt auf den Gesamtcholesterol-Spiegel schließen. Als weitere Ergebnisse können eine Senkung des Nüchternblutzuckers und eine nachhaltige Veränderung des Mikrobioms festgehalten werden.


Neuere Studien zur Einnahme von Zimtrinden-Extrakt aus dem asiatischen Raum

Für klinische Studien werden vornehmlich definierte Zimtrinden-Zubereitungen – in Form von reinem Pulver oder wässrigem Extrakt – eingesetzt. Diese Zubereitungen gibt es nur in der Apotheke und sie sind besonders hochwertig.

Interessant sind insbesondere Erkenntnisse aus Untersuchungen der letzten drei Jahre:

So zeigt eine Übersichtsarbeit aus 2016, dass eine begleitende Medikation mit Zimtrinden-Extrakten bzw. Zimtrinden-Pulver bei Diabetikern den Nüchternblutzucker und HbA-Wert nachweislich senken kann, ohne dass bei der Einnahme unerwünschte Begleiterscheinungen festgestellt wurden. Je gesünder der Lebensstil und je bewusster die Ernährungsweise, desto stärker scheinen, dieser Arbeit zufolge, Typ 2-Diabetiker von der Zimtextrakt-Einnahme zu profitieren.

Ein ähnliches Ergebnis zeigt auch eine indische Doppelblind-Studie mit 116 Teilnehmern aus 2017. Hierzu erhielten die Teilnehmer täglich 3 g Zimtrinden-Pulver – in Kapselform und auf zwei Dosen verteilt – über einen Zeitraum von 16 Wochen hinweg. Der Kontrollgruppe wurde ein Placebo gegeben. Es profitierten schließlich die Teilnehmer am deutlichsten von der Zimt-Aufnahme, deren Bauchfettanteil, Blutfett-Werte und Blutdruck bereits zuvor deutlich erhöht waren. Der Taillenumfang etwa reduzierte sich durchschnittlich um 4,8 cm; der Body Mass Index (BMI) sank durchschnittlich um 1,3 kg pro Quadratmeter. Der Nüchternblutzucker der Verum-Gruppe sank um 0,3 mmol/l und der HbA1c-Wert um 2,6mmol/mol.

Eine iranische Studie mit 140 Teilnehmern aus 2018, bei der zweimal täglich 500 mg Zimt-Pulver pro Kapsel zum Einsatz kamen, zeigte die positivsten Effekte bei Patienten mit einem BMI von über 27.


Langfristig entscheiden Ernährungsgewohnheiten und Lebensstil

Alle Studien und Übersichtsarbeiten bis 2018 weisen darauf hin, dass letztlich eine konsequente und nachhaltige Ernährungsumstellung sowie ein gesunder Lebensstil entscheidend für die Auswirkungen der Zimt-Supplementation sind. Denn unter diesen Rahmenbedingungen können Zimt-Zubereitungen die Stoffwechselparameter am deutlichsten und schnellsten beeinflussen. In gleicher Weise werden dann auch Risikofaktoren für das Entstehen des metabolischen Syndroms minimiert.

Zudem ist die phytotherapeutische Einnahme von Zimtrinden-Extrakt absolut natürlich, den Studien zufolge frei von Auswirkungen auf Blutgerinnung oder Leberfunktionswerte. Hinzu kommt, dass das Mikrobiom des Menschen, d. h. die individuelle Zusammensetzung der Darmflora, ein wichtiger Faktor für die Entstehung von Stoffwechselerkrankungen ist. Die derzeitige Studienlage deutet daraufhin, dass die Inhaltsstoffe der Zimtrinde, insbesondere die so genannten Polyphenole, langfristig die Zusammensetzung des Mikrobioms verändern und auf diese Weise Übergewicht und Diabetes reduzieren können.

Schreibe Sie eine Antwort